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Gedanken, Hund

2 Jahre mit Hund | Erlebnisse, Gedanken

Der 01. Mai 2018 ist vorbei – nun ist es (fast) auf den Tag genau 2 Jahre her, dass ein Hund bei mir einzog. Wie denke ich inzwischen darüber? War die Entscheidung die Richtige? Was haben wir erlebt? Haben sich meine Vorstellungen erfüllt? Würde ich immer wieder so entscheiden? Bin ich glücklicher mit Hund? Habe ich mich verändert?

Hund in Box

Bei ihrer Ankunft vor zwei Jahren.

Am Anfang Überforderung

„Lieb und vorsichtig“, nur mit diesen Worten beschrieben wählte ich Aileen damals auf Fotos, aus einem rumänischen Tierheim, aus. Gerettet aus einer Tötungsstation. Mehr wusste ich nicht. Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Und das ganz ohne Hundeerfahrung.

Zu Anfang war ich oft überfordert und ziemlich oft auch verzweifelt. Erst wollte der Hund nicht raus, dann hatte sie Angst, war schreckhaft. Aber sie liebte es bald draußen zu sein! Und auch mit dem Auto fährt sie inzwischen gern, obwohl sie zunächst einen Bogen darum machte. Schritt für Schritt gingen wir weiter, das Vertrauen wuchs, mit viel Rücksicht, Verständnis, Zeit und den richtigen Tipps klappte unser zusammen sein immer besser. Aileen wurde immer mutiger, fasste vertrauen. Inzwischen kann sie durchaus frei laufen, bleibt in vielen Situationen entspannt, kommt täglich mit ins Büro und ich habe viel über Hunde und vor allem natürlich über sie gelernt. Ich habe ihr z.B. einmal einen Dorn aus der Pfote gezogen, bevor sie anfing zu humpeln. 😀

Hund rennt über Strand

Glückliche Aileen am Strand <3

Bei Wind und Wetter

Ich bin viel mehr draußen, bewege mich an der frischen Luft. Ein guter Ausgleich zum Bürojob. Durch den Hund habe ich Orte entdeckt, die ich sonst vermutlich nie gefunden hätte. Ich bin bei Wind und Wetter draußen, habe gelernt die Augenblicke mehr zu genießen, habe gelernt zu vertrauen, habe gelernt wie es ist kompromisslos zu lieben. Endlos zu lieben.

Auch heute gibt es Tage an denen sie an meinen Nerven zerrt (vor allem, wenn sie läufig ist), aber auch das gehört dazu. Habe gelernt mit ihrem kleinen Dickschädel, den sie bestimmt von mir hat, umzugehen. 😉 Natürlich haben wir „Baustellen“ und könnten einiges anders oder besser machen, aber dafür haben wir immer noch Zeit. Gerne erinnere ich mich aber an die schönen Augenblicke, wie der erste Freilauf oder ihre Freude über Schnee. Und heute kann sie am Strand frei mit mir spazieren und ich weiß ganz genau, dass sie mich immer im Blick hat, nicht verloren gehen will. Und das ist ein wunderbares Gefühl.

Die beste Entscheidung

Die Entscheidung einen Hund aufzunehmen war bisher eine der besten in meinem Leben, auch wenn es manchmal einschränkt. Man weniger spontan und flexibel ist. Der Hund schenkt mir so viel Freude, Vertrauen und Liebe, schenkt mir Mut zum Weitergehen. Zeigt mir die kleinen Dinge die uns glücklich machen können. Jedes Mal, wenn sie mir zeigt, dass sie mir vertraut, springt mein Herz ein Stück vor Glück. Auch wenn mich nichts mehr halten würde, für den Hund da zu sein reicht aus zu bleiben. Ich wüsste nicht was jetzt wäre, würde sie nicht den Alltag mit mir bestreiten.

Vielleicht waren meine Vorstellungen anders, wie es ist einen Hund zu „halten“ – aber es ist so viel besser mit einem zu Leben!

Manche verstehen das vielleicht nicht, sagen es sei nur ein „Tier“ – aber ich sage es ist ein Teil meines Herzens. Nicht jeder hat genügend Halt in seinem Leben, nicht jedem fällt das Leben leicht – und ja ein Hund kann dann eine Stütze sein. Ein Halt. Manche wurden zu oft von Menschen enttäuscht. Dann ist vielleicht der Platz im Herzen größer. Oder vielleicht die Spuren auf der Seele. Und dann ist es besser für den Hund da sein zu wollen, als ganz zu gehen, dann spielt es keine Rolle mehr ob man sich selbst zurückstellt, denn man steht eigentlich gar nicht mehr.

Und wenn eines Tages ein Mensch meine Weg kreuzt, der all das auch für mich sein kann, dann wird er niemals über dem Hund stehen, aber auch nicht darunter. Dann wird er mir genauso viel bedeuten. Und für beide würde ich mein Leben opfern, müsste es sein. Denn beide wären dann ein Teil von meinem Herzen. Und müsste ich mich entscheiden, müsste ich mein Herz zerreißen. Für mich gibt es bei der Liebe keinen Stellenwert, keine Nummer 1.

Letztendlich ist das natürlich eine persönliche Entscheidung, es gibt in meinen Augen kein allgemeines „richtig“ oder „falsch“. Es gibt für mich einen richtigen Weg. Und wichtig ist doch am Ende nur, das niemand darunter leidet und alle mit ihrem eigenen Weg zufrieden sind.

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Unbeweglich | Bilder am Meer

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