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Gedanken, Hund

Stellenwert Hund | Von Selbstwert, Liebe und Entscheidungen

Hund oder Mann? Die Frage ist doch: lasse ich mir nur den Teppich versauen oder das ganze Leben?

Wer kennt dieses Zitat nicht, welches man auch auf Blechtafeln kaufen kann? Natürlich ist das sehr überspitzt formuliert, ein Mann muss einem das Leben ja nicht versauen und der Hund nicht den Teppich. 😉

Die Meinungen gehen sehr auseinander, wenn man sich Haustierbesitzer ansieht. Für einige ist das Tier Kinderersatz, dass alles darf, für den anderen vielleicht ein Partner und für den nächsten eher ein Mitbewohner, der viele Regeln zu befolgen hat und auch gern auf Distanz bleiben kann. Wie auch immer man zusammenlebt, das muss jeder für sich entscheiden und sicher gibt es nicht den einen richtigen Weg. Wie bei so vielem!

Mir persönlich liegen meine Tiere sehr am Herzen, denn an manchen Tagen tut es mir gut sie einfach nur anzusehen. Dass ich für sie da sein will, wenn mich sonst kaum etwas hält. Daher bedeuten sie mir unglaublich viel. Es macht mich glücklich wenn sie meine Nähe suchen, wenn sie sich ankuscheln, wenn sie einfach verrückt sein können, wenn sie einfach leben, wenn sie mir zeigen wie sehr sie mir vertrauen und sich bei mir sicher fühlen. Ich gehe respekt- und rücksichtsvoll mit ihnen um, scheuche sie nicht durch die Gegend, wenn sie mal im Weg stehen oder liegen. Ich empfinde keinen Ekel vor meinen Tieren, weil sie vielleicht gerade draußen waren (…manche ekelt das) und nun durchs Haus oder die Wohnung laufen.

Mich stört es nicht, wenn irgendwo Hunde- oder Katzenhaare sind, egal ob auf Decken oder an der Kleidung. Auch stört es mich nicht wenn der Hund mal ein bisschen Dreck mit hinein bringt oder meine Kleidung einsaut, denn den Dreck kann man wegfegen und die Kleidung waschen. Mich stört es auch nicht, wenn er auf dem Sofa liegt und mich würde auch der Hund im Bett nicht stören, wenn das möglich wäre. Aber da ist Platz für die Katze. 😉

Wenn Dich der Dreck stört oder Du keinen Plan hast wie Du Ordnung in die Hundehaare kriegen sollst, ist diese Liste für Dich vielleicht hilfreich: 9 Tipps für einen sauberen Hundehaushalt

Wie man auf meinem Blog auch lesen kann, bin ich Veganerin. Esse also keine Tiere und tierischen Produkte und finde es schrecklich Tiere leiden zu sehen. Tiere wollen ihre Bedürfnisse erfüllen, sie streben nicht nach mehr und wollen keine Macht über alles oder z.B. die Weltherschaft. Das glaube ich jedenfalls. Auch wenn ich noch nicht 100%ig überzeugt bin was die Tötungsabsichten meiner Katze angehen. 😉 😀

Frau mit Dreads in Hocke mit Hund auf Weg Stellenwert Hund

Welchen Stellenwert hat der Hund? / Bild: Jan Krützfeldt

Ich glaube, ein Mensch, der gegen ein treues Tier gleichgültig sein kann, wird gegen seinesgleichen nicht dankbarer sein, und wenn man vor die Wahl gestellt wird, ist es besser, zu empfindsam als zu hart zu sein.
Friedrich der Große

Viel zu oft liest man davon und es ist etwas, dass ich nicht verstehe – warum Menschen verlangen dass man sich entscheidet: Der Hund oder der Partner? Ich verstehe ehrlich gesagt nicht einmal, wie man zu diesem Gedanken kommen kann, der andere solle eine Wahl treffen. Sollte ich für jemanden meinen Hund weggeben, einfach weil er es verlangt, egal wie wichtig das Tier für mich ist? Warum soll der Wert eines Menschen höher sein, als der eines Tieres und warum soll ich das entscheiden? Warum kann es einem Menschen wichtig sein, einen höheren Wert als der Hund (das Haustier) zu haben? Fühlt er sich nicht wertgeschätzt, wenn er gleichviel Wert ist wie ein „Tier“ oder hat Angst, weniger Wert zu sein? Als Aussage kommt dann: „Das ist ja nur ein Tier!“ – jaaa und ich bin „nur“ ein Mensch.
Was für einen Stellenwert haben Tiere bei solch einem Menschen? Und was für einen Selbstwert hat er, wenn er sich als etwas „wertvolleres“ als ein Tier sehen muss? Ich würde mich nie weniger wertvoll oder schlechter fühlen bei einem Menschen, nur weil ihm sein Tier unendlich viel bedeutet (und ihm vielleicht sogar schon das Leben gerettet hat) und ich Rücksicht darauf nehmen muss. Das heißt im Umkehrschluss ja nicht, dass ich dem Menschen nicht auch unendlich viel bedeuten kann. Der Mensch ist doch zum Glück fähig mehr als ein Lebewesen zu lieben.

Natürlich ist der Hund kein Mensch, aber ein Mensch eben auch kein Hund und wer möchte sich zwischen den beiden die er liebt entscheiden? Warum soll ich entscheiden, wen ich weniger liebe? Worin unterscheidet sich denn Liebe zu einem Tier und einem Menschen?

Sollte man als Partner nicht versuchen wollen, den anderen zu verstehen statt den anderen vor die Wahl zu stellen? Ich könnte auf die Frage nie eine Antwort geben, die für den fragenden Partner zufriedenstellend wäre, denn seine Erwartung „mehr“ Wert sein zu müssen, könnte ich ihm nicht erfüllen.

Dem Hund ist es egal und er fragt mich nicht, ob ich ihn mehr liebe, als den Menschen oder die anderen Tiere an meiner Seite. Ihm genügt, dass er meine Liebe bekommt. Und gibt es am Ende nicht sowieso nur Liebe oder keine Liebe? Kann man jemanden weniger lieben? Liebe geht doch nur ganz. Liebe ist unterschiedlich ja, aber es gibt davon kein „bisschen“. Denn man liebt doch niemanden nur ein „bisschen“? Man ist ja auch nie „nur ein bisschen schwanger“ hätten meine Lehrer damals gesagt…

Ein Hund kann auch eine Stütze sein

„Daß mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.“
Franz von Assisi

Gerade auch in dunkleren Phasen eines Lebens helfen Tiere vielen Menschen sehr. Einfach, weil sie da sind, auch wenn man sich einsam fühlt. Bei mir ist es vor allem auch der Hund der mir hilft, denn ich weiß nicht ob ich immer die Kraft hätte rauszugehen und Menschen zu begegnen. Mir tut dieser Zwang, raus zu müssen, in die Natur, gut und auch die Gespräche mit anderen Menschen die dann hin und wieder entstehen. Auch wenn ich eigentlich keine Lust darauf, keine Lust auf den Umgang mit anderen Menschen habe. Und außerdem muntert es ungemein auf, wenn man sein beklopptes Fellknäuel sieht, wie es sich wie verrückt im Schnee wälzt. 😉

Welchen Stellenwert haben Eure Haustiere?

Welchen Stellenwert haben Eure Hunde/Katzen/anderen Haustiere? Würdet Ihr sie für einen Menschen weggeben, wenn ihr vor der Wahl stehen würdet? Was wäre wenn Euer Partner euch vor die Wahl stellen würde? Oder was haltet Ihr von meinen Gedanken?

Oder habt dir das Glück, dass Euer Partner die Haustiere genauso sehr liebt, dass so eine Frage niemals (und auch nicht ansatzweise) im Raum stehen würde? 🙂

In dem Artikel 10 Dinge, weshalb es Männer bei uns schwer haben beschreiben Ella und Rebecca von Ihren Schwierigkeiten in der Männerwelt. 😉

 

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5 Kommentare

  • Reply Franzi

    Hallo Johanna!
    Ich bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Euer wunderschönes Bild am Strand hat mich aufmerksam gemacht und dann wollte ich mehr Bilder von deiner Frisur sehen und herausfinden, was „umzu“ bedeutet 😀
    Deinen Beitrag über das Thema Stellenwert hab ich sehr gern gelesen! Er spiegelt so ziemlich das wieder, was ich darüber denke. Glücklicherweise habe ich einen Partner, der die Liebe zum Hund genauso sieht wie ich. Mit jemandem zusammenzuleben, der Tiere als minderwertiger ansieht oder der keinen Bezug zu ihnen hat, kann ich mir nicht mehr vorstellen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, ich käme sogar nicht mehr damit zurecht, wenn mein Partner Fleisch essen würde (wir sind mittlerweile beide Vegetarier). Liebe ist Liebe, da hast du so recht! Möglicherweise unterscheidet sich die Liebe zwischen zwei Menschen und die zwischen Mensch und Tier einfach nur in der Sprache.
    Da mich das Thema Vegan sehr interessiert und ich irgendwann auch diesen Schritt gehen will, werd ich wohl ab und zu bei euch vorbeispitzen 🙂

    Liebe Grüße
    Franzi & Toni

    22. März 2018 at 14:16
    • Reply Johanna

      Hallo Franzi & Toni,
      vielen lieben Dank für den Kommentar! Solches Feedback liest man doch gerne. Und Glückwunsch, dass Du einen so tollen Partner hast! Darum beneide ich Dich zugegeben etwas. 😉
      Also gleich so viele Sachen die Dich verleitet haben, Dich hier her zu verirren. Ja, das mit dem Fleisch essen ist so ein Thema, wenn da so gar kein Verständnis ist, ist es echt schwer. Hast Du denn, wenn Dich auch das Thema vegan interessiert, auch mal auf meinem Foodblog http://www.eatupyourgreens.de vorbeigeschaut? 🙂
      Liebe Grüße,
      Johanna

      23. März 2018 at 7:41
  • Reply Julia

    Genau genommen ist der Mensch ja auch nur ein Tier. Nur anscheinend gibt es viele Exemplare mit einem besonders ausgeprägten Ego, die sich dann für was besseres halten, sich gerne über die anderen Tiere stellen.
    Uns einen Hund zuzulegen war die gemeinsame Entscheidung von meinem Partner und mir. Bei mir wars eher die Verwandtschaft die anfangs nicht verstehen wollte, warum ich mir einen Hund „antue“. Ich weiß nicht wie oft mir meine Mama, kurz bevor der Große eingezogen ist, gesagt hat, dass ich sie gar nicht erst fragen brauche, wenn ich jemanden zum aufpassen suche. Nach nur einer Woche hat sie angefangen danach zu fragen 😀 und heute fragt sie mich noch oft, ob sie ihn zum wandern mitnehmen darf.
    Also manchmal braucht es einfach eine süße Fellnase um solche Leute zu überzeugen.
    Liebe Grüße,
    Julia mit Odin und Freya

    23. März 2018 at 19:09
    • Reply Johanna

      Ja, genau genommen ist es so. Manche brauchen vielleicht auch einfach nur ein bisschen Bestätigung für ihr Ego, in dem sie etwas besseres sein wollen…
      Ich habe die Entscheidung mehr oder weniger allein getroffen, denn ich wollte schon immer einen Hund an meiner Seite. Da gab es aber auch Gegenwind von der Familie, allerdings zog bei meinem Vater vorher auch schon ein Hund ein. Und meine Oma, die echt kein Hunde oder großer Tierfreund ist, hat Aileen auch schon um ihre Pfote gewickelt. 😀
      Liebe Grüße an Euch!

      26. März 2018 at 6:55
  • Reply Leben und umzu - 2 Jahre mit Hund | Erlebnisse, Gedanken - Leben und umzu

    […] Stellenwert Hund | Von Selbstwert, Liebe und Entscheidungen […]

    1. Juni 2018 at 7:30
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